Grundsätzlich wird bei Leistungsdiagnostischen Untersuchungen eine BELASTUNG vorgegeben und die Antwort des Organismus, also dessen BEANSPRUCHUNG beobachtet. Die Belastung wird dabei meist stufenförmig ansteigend gesetzt und physiologische Parameter wie die Blutlaktat-konzentration, Herzfrequenz oder Atemgase werden als Beanspruchungsparameter gemessen.
Im folgenden Absatz, geben wir einen kurzen Einblick in die Grundlagen der Leistungsphysiologie.

Betrachten wir die Laktat-Leistungskurve (Abb.1 + Abb.2), so sind zwei Knickpunkte erkennbar. Diese beiden „Lactate Turning Points“ (LTP) werden als individuelle aerobe – und anaerobe Schwellen verwendet. Ebenfalls zu sehen ist der Verlauf von ventilatorischen Messgrößen. Das Atemminutenvolumen (VE) und die Kohlendioxid Abgabe (VCO2)  steigen zunächst linear mit zunehmender Belastung an (Abb.1 + Abb. 2a+b). Steigt die Blutlaktat-konzentration zu ersten Mal an (LTP1), versucht der Organismus dieser „Übersäuerung“ durch die so genannte „Bikarbonat-Bufferung“ entgegen zu wirken. Dabei entsteht vermehrt CO2, welches abgeatmet wird und zu einem Anstieg in der VCO2 Kurve führt. Als Reaktion darauf steigt das Atemminutenvolumen proportional zur VCO2 an um den arteriellen Partialdruck des CO2 zu regulieren (Abb.2b). Konsequenterweise steigt dadurch das Atemäquivalent für Sauerstoff (VE/VO2) an (Abb.2c). Dieser Punkt ist die aerobe Schwelle, welche ursprünglich als “Anaerobic Threshold” (AT) bezeichnet wurde. Steigt die Belastung und somit auch die Blutlaktat-konzentration weiter an (LTP2), kann die „Übersäuerung“ nicht mehr durch die Atmung kompensiert werden (RCP = „Respiratory Compensation Point“) und das Atemminutenvolumen steigt überproportional zur CO2 Abgabe an. Kennzeichnend dafür kommt es auch zu einem Anstieg des Atemäquivalentes für CO2 (VE/VCO2) (Abb.2c).
Es wird deutlich, dass sowohl die Laktat-Diagnostik als auch die Spiroergometrische-Diagnostik einen Einblick in die Leistungsfähigkeit bieten und individuelle Schwellen bestimmt werden können.
Aber auch die fixen 2 – und 4 mmol/L Schwellen können in der Praxis als „Eckpfeiler“ der Leistungsdiagnostik verwendet werden, ohne dabei Einbußen in der Aussagekraft des Ergebnisses hinnehmen zu müssen.
Eine weitere wichtige Größe in der Sportmedizin, die im Rahmen der Spiroergometrie erhoben wird, ist die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max).
Die VO2max wird häufig als das „Bruttokriterium“ der Ausdauerleistungsfähigkeit bezeichnet und kann definiert werden als:

„..die größte Menge Sauerstoff die vom Organismus aufgenommen und verwertet werden kann…“. (Bassett, Howley 2000)

Daraus folgt, dass die Organsysteme
•    Lunge, wo der Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut gelangt
•    Blut, als Transportmedium des Sauerstoffs im Körper
•    Herz, welches das Blut durch die Blutgefäße „pumpt“
•    und schließlich die Muskulatur, die den Sauerstoff aus dem Blut zur Energiegewinnung verwerten muss

maßgeblichen Einfluss auf die VO2max und damit auf die Ausdauerleistungsfähigkeit haben. Je mehr Sauerstoff vom Organismus aufgenommen und verwertet werden kann, umso besser ist die Ausdauerleistungsfähigkeit.
Die VO2max eines gesunden, untrainierten 30jährigen Mannes beträgt etwa 40 – 45 ml/min/kg, in Sportspielen wie Fußball oder Handball werden etwa 55 - 60 ml/min/kg erreicht und um in Ausdauersportarten auf nationalem Niveau erfolgreich zu sein, sind 60 – 70 ml/min/kg nötig. Weltklasse Ausdauerathleten erreichen Werte die um und über 85 ml/min/kg liegen. Die VO2max von Frauen liegt etwa 10 – 15% niedriger als die der Männer.
In zahlreichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die VO2max einen hohen Zusammenhang zu Ausdauerbelastungen aufweist. Ein durchaus ambitionierter und erfolgreicher Marathonläufer mit einer Bestzeit von 3:15 h und einer VO2max von 60 ml/min/kg kann natürlich nicht mit einem Weltklasseathleten mit einer VO2max von 80 ml/min/kg und einer Bestzeit von 2:10 mithalten.
In sehr homogenen Gruppen von Sportlern, wie z.B. Radrennfahrern mit einer VO2max zwischen 70 und 80 ml/min/kg, entscheidet aber nicht nur die Höhe der VO2max, sondern auch der Anteil welcher unter intensiver Ausdauerbelastung ausgeschöpft werden kann, über den Ausgang eines Wettkampfes. So kann ein Athlet mit einer niedrigeren VO2max der aber 90% davon über einen längeren Zeitraum ausschöpfen kann durchaus imstande sein seinen Kontrahenten mit höherer VO2max zu besiegen.
Denn schließlich wird immer noch im Wettkampf und nicht im Labor entschieden wer der „bessere“ Sportler ist...

 

Abbildung 1: Schematische Darstellung von Leistungsdiagnostischen Messgrößen

 

 

 Abbildung 2: Zusammenhang zwischen Laktatdiagnostik und ventilatorischen Messgrößen
 



 

Kosten: Euro 170,--

 

Terminvereinbarung Link zu Mednanny.com

Dauer ca. 90 Minuten
Wichtige Information zur Testvorbereitung bitte beachten!
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