ÖSTERREICHISCHES INSTITUT FÜR SPORTMEDIZIN

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"Ultraschallmessung zur Bestimmung des subkutanen Fettgewebes: Eine Gesamtkörpervermessung zur Identifizierung möglicher bilateraler Differenzen bei Fußballern in unterschiedlichen Leistungsklassen."

Störchle P., Müller W., Bachl N.et. al.

Abstract

 

Die Körperkomposition hat einen wichtigen Stellenwert für die Gesundheit und Leistung. Laut der Arbeitsgruppe des IOC für Körperkomposition, Gesundheit und Leistung gibt es jedoch momentan noch keine im Feld anerkannte Methode, welche eine ausreichende Genauigkeit zur Bestimmung der Körperzusammensetzung gestattet. Hier bietet sich nun, der aus der medizinischen Diagnostik bekannte, Ultraschall in Kombination mit einer Bildauswertesoftware an.

Diese Studie befasst sich damit, ob bei den ausgewählten Stellen des Ultraschallverfahrens bilaterale Differenzen auftreten. Hierfür wurden insgesamt 22 männliche Fußballer aus zwei Mannschaften auf unterschiedlichem Leistungsniveau (Amateur und Semi-Professionell) untersucht. Es gab einen anthropometrischen Teil, in welchem die Messungen Körpergröße, Sitzhöhe, Körpergewicht und pro Seite sieben ISAK-zertifizierte Umfänge sowie zwei Knochenbreiten plus die subkutanen Fettschichten von acht definierten Messstellen durchgeführt wurden. Des Weiteren wurde eine sportmotorische Testbatterie zur Überprüfung der Schnelligkeit (5, 10, 20 m), Sprungkraft (Jump and Reach beidbeinig und einbeinig) und Ausdauerleistungsfähigkeit (Shuttle Run) realisiert.

Die Ergebnisse weisen bei der Überprüfung der Summen des subkutanen Fettgewebes einen sehr starker Zusammenhang (r² = 0,94) auf. Einzelne Stellen, wie die Wade, weisen jedoch im Vergleich dominante gegen nicht dominante Seite nur einen geringen Zusammenhang auf (r² = 0,27 exkl. Einlagerungen). Zwischen den beiden Gruppen zeigte sich kein signifikanter Unterschied im anthropometrischen Testabschnitt, jedoch bei den Untersuchungen zur körperlichen Leistungsfähigkeit in Bezug auf die Ausdauerfähigkeit (p = 0,010).

Daraus kann man schließen, dass es bei Sportarten wie Fußball, welche keine sehr einseitige Ausprägungsform haben, nicht notwendig ist, die dominante Seite zu vermessen. Bei Sportarten mit sehr einseitiger Belastung muss dieser Nachweis noch erbracht werden.