Covid-19-Erkrankungen im Sport – Teilnehmer*innen für Online-Befragung gesucht

Liebe Athlet*innen, liebe Trainer*innen,

aufgrund der systemischen Entzündung der Gefäße kann Covid-19 unter anderem zu massiven Organschäden führen. „Wer nach einer Covid-19-Erkrankung zu früh wieder ins Training einsteigt, hat so möglicherweise auch ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Ereignisse, ausgelöst durch Veränderungen an Arterien und Herzkranzarterien mit Blutgerinnseln oder eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis)“, warnt Univ.-Prof. Dr. med. Jürgen Scharhag, Ärztlicher Leiter des Österreichischen Instituts für Sportmedizin in Wien.

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf den Spitzensport aus? Wieviele Athlet*innen hatten bereits eine Covid-19-Erkrankung? Welche Symptome haben sich bei Betroffenen gezeigt? War ein stationärer Aufenthalt erforderlich? Wie lange haben sie mit dem Training pausiert? Antwort auf diese und weitere Fragen soll eine Online-Erhebung ermöglichen. „Wir Sportmediziner*innen versprechen uns durch die Ergebnisse ein klareres Bild der Covid-19-Erkrankung bei Leistungs-, aber auch Freizeitsportler*innen und somit auch eine bessere medizinische Betreuung nach SARS-CoV-2-Infektionen“, erklärt Univ.-Prof. Scharhag. Nach dem ersten Aufruf im Mai erfolgt nun aufgrund der zweiten Pandemie-Welle ein weiterer Aufruf. Wir möchten alle Leistungs- und Freizeitsportler*innen in Österreich und Deutschland bitten, an der Umfrage teilzunehmen – auch wenn sie den Fragebogen bereits im Mai oder danach ausgefüllt haben. Wichtig für die Forschung sind nicht nur die Daten neu an Covid-19 erkrankter Sportler*innen, sondern auch die Angaben von Athlet*innen, die schon an der ersten Umfrage teilgenommen haben. Deren Verlaufsdaten ermöglichen es uns, auch den Langzeitverlauf nach einer SARS-CoV-2 -Infektion bei Sportler*innen besser beurteilen zu können.

Aufruf an Leistungs- und Breitensportler*innen

Initiiert wurde die Online-Erhebung von Prof. Dr. med. Christof Burgstahler, Oberarzt der Internistischen Ambulanz der Sportmedizin der Uniklinik Tübingen. Gemeinsam mit den Kollegen der sportmedizinischen Universitätsinstitute in Innsbruck (Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schobersberger) und Salzburg (Prim. Univ.-Prof Dr. Dr. Josef Niebauer, MBA) laden wir Sportler*innen aus Österreich herzlich ein, an der Online-Befragung teilzunehmen. Der Zeitaufwand beträgt lediglich etwa fünf Minuten.
➔ Hier geht es zur Umfrage

„Sport ohne erhöhtes gesundheitliches Risiko ausüben“

Seit März ist der Trainings- und Wettkampfbetrieb von der Corona-Krise betroffen. Aktuell erschwert die zweite Welle der Pandemie das Sporttreiben sowohl im Hochleistungs- als auch im Freizeit- und Gesundheitssport. Univ.-Prof. Scharhag: „Wir Mediziner*innen möchten deshalb weiterhin Athlet*innen sowie Verbänden Hilfestellungen im Rahmen der Pandemie anbieten und Empfehlungen hinsichtlich des Trainings- und Wettkampfbetriebs geben – damit Athlet*innen ihren Sport sicher und ohne erhöhtes gesundheitliches Risiko ausüben können.“ Bisher gibt es nur wenige Daten an kleinen Studienkollektiven zu den Auswirkungen der Pandemie auf Sporttreibende. Daher wollen wir weiterhin gemeinsam mit unseren Kolleg*innen Daten von Sportler*innen einholen, wie diese die Pandemie bislang erlebt haben, ob sie Trainingsausfälle hatten und ob sie gesundheitlich von Covid-19 betroffen waren oder sind. Ziel der Untersuchung ist, einen Überblick über die Situation der Sporttreibenden in Österreich und Deutschland zu erhalten. Die Abfrage läuft kontinuierlich, um die Lage bestmöglich erfassen zu können.

Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe

Wenn Sie Leistungs- oder Breitensportler*in aus Österreich sind, nehmen Sie bitte an der Umfrage teil. Machen Sie gerne auch Ihre Teams beziehungsweise Trainingspartner*innen darauf aufmerksam. Sie helfen uns damit, genauere Empfehlungen für Sportler*innen in Zeiten von Covid-19 geben zu können. Für Ihre Mühe bedanken wir uns bereits jetzt von Herzen!

Hintergrundinformationen zur Online-Erhebung

Die Teilnehmer*innen sollten mindestens 14 Jahre alt sein. Die Befragung läuft anonym über eine verschlüsselte Seite des Universitätsklinikums Tübingen. Gespeichert werden lediglich die angegebenen Antworten, nicht die IP-Adresse. Somit ist keine Rückverfolgung der Identität möglich. Ein positives Ethik-Votum der Universität Tübingen liegt vor; sowie ein Votum für Österreich seitens des Research Committee for Scientific Ethical Questions der UMIT Tirol – die Tiroler Privatuniversität. Unterstützt wird die Online-Erhebung auch durch das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKOEDS).

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an:

Beste Grüße

Ihr Team des Österreichischen Instituts für Sportmedizin in Wien