Auszeichnung für Wiener Sportkardiologie: Young Investigator Award für Dr. Theresa Hofbauer
Herzlichen Glückwunsch an Dr. Theresa Hofbauer! Für ihre Publikation „The recreational athlete’s heart: Sex-specific three-dimensional echocardiographic reference values in relation to VO2peak“ im European Journal of Preventive Cardiology (EJPC) wurde sie mit dem Young Investigator Award der AG 32 Sportkardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ausgezeichnet.
Der Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen junger Forschender und fördert innovative Ansätze in Diagnostik, Therapie und Grundlagenforschung im Bereich der Kardiologie. Die Publikation ist Teil von Dr. Hofbauers PhD-Studium an der Abteilung Sportmedizin, Leistungsphysiologie und Prävention am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Wien in Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Sportmedizin (ÖISM)
Hintergrundinformationen: Wie verändert sich das Herz bei Freizeitsportler*innen?
Wie unterscheidet man zwischen gesunden Anpassungen des Herzens durch Training und krankhaften Veränderungen? Um diese zentrale Frage der Sportmedizin zu beantworten, untersuchte Dr. Hofbauer gemeinsam mit dem Forschungsteam um Univ.-Prof. Jürgen Scharhag, Leiter der Abteilung Sportmedizin, Leistungsphysiologie und Prävention an der Universität Wien und Ärztlicher Leiter des ÖISM, insgesamt 291 gesunde, regelmäßig sportlich aktive Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren (44 % Frauen).
Zum Einsatz kamen modernste Untersuchungsmethoden:
- 3D-Echokardiographie (Herzultraschall) zur präzisen Vermessung der Herzstrukturen
- Speckle-Tracking zur Analyse der Herzfunktion
- Spiroergometrie zur Bestimmung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO₂peak) als objektives Maß für die körperliche Fitness
Zentrale Ergebnisse der Studie
Die Untersuchung liefert neue Erkenntnisse über die strukturellen und funktionellen Anpassungen des Herzens von Freizeitsportlern:
- Je fitter, desto größer das Herz
Mit steigender Ausdauerleistungsfähigkeit nehmen die Volumina aller Herzhöhlen zu. - Harmonische Hypertrophie
Alle Herzhöhlen vergrößern sich gleichmäßig als Hinweis für eine gesunde (und nicht krankhafte) Anpassung. - Geschlechtsspezifische Unterschiede
Bei gleicher Fitness ist das Herz von Männern im Durchschnitt größer als das von Frauen. - Konstante Größenverhältnisse
Die Verhältnisse der Herzhöhlen bleiben unabhängig vom Fitnesslevel konstant als weiterer Hinweis für gesunde Anpassungsprozesse des Herzens auf regelmäßigen Freizeitsport.
Nutzen für die Praxis
„Die Ergebnisse ergänzen die sportkardiologischen Erkenntnisse von untrainierten Personen und Leistungssportler*innen“, ordnet Prof. Scharhag ein. Die Studie definiert dreidimensionale Referenzwerte für Freizeitsportler*innen – also genau für jene Gruppe, die den Großteil der sportlich aktiven Bevölkerung ausmacht.
Die Studie liefert nun:
- geschlechts- und fitnessspezifische Referenzwerte für die 3D-Echokardiographie bei Freizeitsportler*innen
- eine bessere Grundlage zur Unterscheidung zwischen gesundem „Sportherz“ und krankhaftem Herz
- die Möglichkeit, Herzerkrankungen früher erkennen zu können
„Gerade vor dem Hintergrund zunehmender sportlicher Aktivität in der Bevölkerung hoffen wir, mit dieser Studie einen hilfreichen Beitrag für die Sportkardiologie und sportmedizinische Vorsorgeuntersuchungen geleistet zu haben.“
Internationale Sichtbarkeit für Wiener Forschung
Mit der Publikation in einem der führenden Fachjournale und der Auszeichnung durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie unterstreicht die Arbeit von Dr. Hofbauer die hohe wissenschaftliche Qualität der Sportmedizin und der Sportkardiologie an der Universität Wien. Die Studie zeigt, wie moderne Diagnostik und klinisch relevante Fragestellungen zusammengeführt werden können, mit direktem Nutzen für Ärzt*innen und Sportler*innen.
Weitere Informationen
Foto, von links: Prof. Dr. Christian Stumpf, Dr. Theresa Hofbauer, Prof. Dr. Timm Bauer. Bildnachweis: DGK / Thomas Hauss.


