Die Presse am Sonntag

Warum das Kreuzband bei Frauen eher reißt
Frauen haben beim Sport ein deutlich höheres Risiko für einen Kreuzbandriss – Studien sprechen von einem bis zu 10-fach erhöhten Risiko. Aber woran liegt das wirklich? Oberarzt PD Dr. Ulrich Koller, Orthopäde am AKH Wien und am Österreichischen Institut für Sportmedizin (ÖISM), informiert:
- Anatomische Unterschiede wie ein breiteres Becken und eine häufigere X-Bein-Stellung verändern die Belastung im Knie.
- Geringere Muskelkraft und ein Ungleichgewicht zwischen Oberschenkel- und hinterer Oberschenkelmuskulatur erhöhen das Risiko.
- Hormonelle Einflüsse spielen ebenfalls eine Rolle: Während der Menstruation sind Bänder durch hormonelle Veränderungen oft etwas „lockerer“.
Besonders bei Sportarten mit schnellen Richtungswechseln wie Fußball oder Basketball ist gezielte Prävention entscheidend. Krafttraining, Koordination und ein ausgewogener Muskelaufbau sind der Schlüssel. Wichtig zu wissen: Ein Kreuzbandriss muss nicht immer operiert werden. In vielen Fällen kann eine konservative Therapie mit gezieltem Muskelaufbau ausreichend Stabilität bringen. Entscheidend sind Beschwerden, Instabilität und die individuellen sportlichen Anforderungen.
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