Nachrichtenagentur APA berichtet über zyklusbasiertes Training im Nachgang des 7. „Forums Sport & Medizin“
Periodentracking und seine Bedeutung für Frauen im Sport: Das war ein Thema des 7. „Forums Sport & Medizin“, das vor wenigen Tagen unter dem Motto „Frau & Sport“ stattfand. Rund 250 Mediziner*innen, Sportwissenschaftler*innen, Sportler*innen, Trainer*innen, Studierende und Teilnehmer*innen aus weiteren Bereichen nahmen an der Veranstaltung der Abteilung für Sportmedizin und des ÖISM am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft an der Universität Wien teil.
➔ Zu unserem Nachbericht
Im Nachgang interviewte die österreichische Nachrichtenagentur APA Sportmediziner und Sportkardiologe Univ.-Prof. Jürgen Scharhag, Ärztlicher Leiter des ÖISM und Assoc.-Prof. Johannes Ott von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde an der MedUni Wien. Die Veröffentlichung des APA-Artikels in zahlreichen Medien machte in ganz Österreich auf das Thema „zyklusbasiertes Training“ aufmerksam.
➔ Beispiel-Veröffentlichung: „Der Standard“, 02.02.2026
„Es macht auf jeden Fall Sinn, zyklusbasiert zu trainieren“ – nicht nur im Spitzen-, sondern auch im Breitensport
Das machte Univ.-Prof. Scharhag im APA-Artikel deutlich. Denn hormonelle Schwankungen beeinflussen Leistungsfähigkeit, Regeneration und Wohlbefinden auf physiologische Weise. Nachfolgend Auszüge.
Trotz App: Nicht den gesunden Menschenverstand verlieren und weiterhin auf das eigene Körpergefühl achten
„In der ersten Zyklushälfte, der sogenannten Follikelphase, ist der Körper oft leistungsfähiger, regeneriert schneller und verträgt intensives Training besser. Studien deuten darauf hin, dass in dieser Phase Krafttraining und Muskelaufbau besonders effektiv sein können“, erklärte Prof. Ott. „In der zweiten Zyklushälfte fühlen sich viele Frauen schneller erschöpft, weshalb dort ein etwas reduziertes oder angepasstes Training sinnvoll sein kann.“
Prof. Scharhag zeigte auf: ….dass sich der weibliche Zyklus nicht immer nur negativ auf die sportliche Leistungsfähigkeit auswirkt. Die Forschung habe gezeigt, dass etwa rund um den Eisprung die Risikobereitschaft erhöht sei, was für einen Wettkampf durchaus positiv sein könne. In anderen Phasen jedoch sei es besser, einen Gang hinunterzuschalten und seinen Körper zu schonen.
Für viele Frauen ist es mittlerweile selbstverständlich, ihren Zyklus zu tracken, im Normalfall mithilfe einer App. Diese wird oft wie ein erweitertes Tagebuch genutzt, was durchaus sinnvoll sei, sagt Scharhag. Man solle aber ob all der Technik nicht den gesunden Menschenverstand verlieren und weiterhin auf das eigene Körpergefühl achten.
Noch zu wenig Forschung zu Frauen und Sport – das müsse sich ändern
Scharhag betont, dass es noch viel zu wenig Forschung dazu gibt, wie der Hormonhaushalt von Frauen die sportliche Leistung beeinflusst und umgekehrt. Frauen seien in Studien unterrepräsentiert, auch in Studien zu Medikamenten, zum Beispiel wegen der Möglichkeit einer Schwangerschaft. „Frauen sind aufgrund des Zyklus als Studienprobanden etwas schwieriger“, bedauerte der Sportkardiologe.


