Sport bei Hitze: Darauf sollten Sie achten
„Anpfiff in der größten Hitze: Sind Frauen resistenter als Herren?“ So heißt es im „Kurier“. Die Fußballspiele der Frauen-Bundesliga beginnen zur Mittagszeit. Anlässlich der Hitzewelle sprach Sportredakteur Wolfgang Winheim mit Univ.-Prof. Jürgen Scharhag, Ärztlicher Leiter des ÖISM, darüber, was intensive Belastungen mit dem Körper machen.
Ergänzende Tipps des Sportmediziners und Sportkardiologen
Ob Fußball, Laufen, Tennis oder Radfahren: Mit steigenden Temperaturen wird Sport zur zusätzlichen Belastungsprobe für den Körper. „Hitze bedeutet weiteren Stress für den gesamten Organismus“, erklärt Univ.-Prof. Scharhag. „Bei hohen Temperaturen muss der Körper mehr leisten, um seine Temperatur zu regulieren. Durch das Schwitzen verliert er Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. Das Blutvolumen nimmt ab, der Puls steigt, die Leistungsfähigkeit sinkt ab. Bei langen oder intensiven Belastungen in der Sonne kann die Körpertemperatur gefährlich ansteigen.“
Deshalb gilt: Bei Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufproblemen oder Übelkeit ist falscher sportlicher Ehrgeiz fehl am Platz. Training oder Wettkampf sollten sofort unterbrochen bzw. beendet werden.
Warum Hitze den Körper belastet
Beim Sport produziert der Körper zusätzliche Wärme, die abgeführt werden muss. Das geschieht vor allem durch die Verdunstung von Schweiß. Wind, Fahrtwind und kühles Wasser können die Wärmeabgabe zusätzlich unterstützen.
Regelmäßiges Training verbessert zwar die Fähigkeit des Körpers zu schwitzen und sich an Hitze anzupassen. Diese Anpassung ist jedoch begrenzt. Hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit erschweren die Wärmeabgabe. Die Folge: Die Herzfrequenz steigt, die Leistungsfähigkeit sinkt und die Ermüdung setzt schneller ein.
Diese Warnzeichen sollten Sportler*innen ernst nehmen
Wird die Hitzetoleranz des Körpers überschritten, kann es zu einem Hitzekollaps mit Blutdruckabfall und sogar kurzer Bewusstlosigkeit kommen. Steigt die Körpertemperatur über 40°C an, droht ein lebensgefährlicher Hitzschlag mit schweren Funktionsstörungen des Gehirns und Bewusstlosigkeit, Krämpfen, Lähmungserscheinungen und Organversagen.
Warnzeichen sind:
- starker Schwindel oder Benommenheit
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Muskelkrämpfe
- Kältegefühl trotz Hitze
Risikofaktoren für eine Überhitzung des Körpers sind hohe Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, starke Sonneneinstrahlung, kein oder wenig Wind, unzureichende Flüssigkeitszufuhr, fehlende Akklimatisierung, geringe Fitness sowie Erkrankungen, etwa Infekte oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Fünf Tipps für Sport bei Hitze
- Kühle Tageszeiten nutzen
Alle, die nicht Profisportler*in mit festen Wettkampfzeiten sind: Intensive Bewegung möglichst vor 8 Uhr oder nach 20 Uhr. Mittagshitze und direkte Sonne meiden. Wenn möglich, im Schatten oder in klimatisierten Räumen trainieren. - Regelmäßig trinken
Ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zuführen – etwa Mineralwasser, isotonische Getränke oder Saftschorlen. Zusätzliche Trinkpausen einplanen und nicht erst auf starken den Durst warten. - Intensität reduzieren
An heißen Tagen Tempo und Trainingsdauer reduzieren, Pausen einlegen und keine Höchstleistungen erzwingen. Wettkämpfe sollten bei extremer Hitze gegebenenfalls verschoben werden. - Gezielt kühlen
Nasse Kleidung, Schwämme oder Handtücher sowie kühles Wasser helfen bei der Wärmeabgabe. Auch Kühlwesten oder Eispacks können in Pausen unterstützen, insbesondere an Kopf und Nacken. Eis jedoch nicht zu lange direkt auf die Haut legen, um lokale Kälteschäden oder Erfrierungen zu vermeiden. - Leichte Kleidung und Sonnenschutz
Helle, atmungsaktive und UV-schützende Funktionskleidung ist besser geeignet als Baumwolle. Zusätzlich Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 verwenden.
Die wichtigste Regel: „Bei extremer Hitze muss das Training an die Bedingungen angepasst werden. Gesundheit geht vor sportlichem Ehrgeiz“, rät Univ.-Prof. Scharhag.


