Die richtige Dosis Sport bei Risikofaktoren oder Herzerkrankungen

Sport wirkt wie ein Medikament. Dies wissen wir aus großen wissenschaftlichen Studien. Ein regelmäßiges Training steigert die körperliche Belastbarkeit und die Leistungsfähigkeit, stärkt das Herz, verbessert die Elastizität und die Funktion der Blutgefäße, vermindert Ablagerungen und senkt erhöhten Blutdruck sowie Blutfettwerte. Entscheidend bei Patient*innen mit Risikofaktoren oder Herzerkrankungen ist die individuell richtige Dosis. Denn ist das Herz nicht gesund, kann Sport gefährlich sein. Am Österreichischen Institut für Sportmedizin (ÖISM) in Wien setzen wir Sport als Medizin ein. Nach einer umfassenden internistisch-kardiologischen Untersuchung erhalten unsere Patient*innen einen maßgeschneiderten Trainingsplan für Ausdauer, Kraft und Koordination, angepasst auf Alter, körperliche Belastbarkeit, bestehende Begleiterkrankungen, Medikamenteneinnahme und persönliche Motivation.

Bewegung statt Schonung

Chronischer Stress, Schlafmangel, Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen erhöhen das Risiko für eine Vielzahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Jeder hat es selbst in der Hand, seinen Gesundheitsstatus zu fördern. Für Patient*innen mit Risikofaktoren oder Herz- und Gefäßerkrankungen ist ein konsequentes Training ideal zur Sekundärprävention“, erklärt Univ.-Prof. Jürgen Scharhag, Ärztlicher Leiter des ÖISM. „Eine Sporttherapie verbessert die Prognose. Sie hat mittlerweile eine mindestens gleichwertige Bedeutung wie die medikamentöse Therapie.“

„Man ist nie zu krank oder zu alt für ein körperliches Training“

Ob bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz), nach einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis), bei Vorhofflimmern oder Klappenerkrankungen, mit einem Schrittmacher und sogar nach einem Herzinfarkt oder einer Herztransplantation: „Man ist nie zu krank oder zu alt für ein körperliches Training. Sport verbessert die Gesundheit und die Lebensqualität“, betont der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie und Experte für Sportkardiologie.

Herzschwäche
zählt nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen. Aus wissenschaftlichen Studien wissen wir Mediziner*innen: Betroffene Frauen und Männer können bereits durch tägliche kurze Sporteinheiten ihre Überlebenschancen deutlich erhöhen. Selbst bei richtig dosierten hochintensivem Intervalltraining müssen keine Verschlechterung der Pumpfunktion der Herzkammer oder Herzrhythmusstörungen befürchtet werden. Die besten Effekte zeigten sich bei einem moderat-intensiven Training. Medikamentös gut eingestellte Herzinfarkt-Patient*innen können mit Hilfe eines täglichen 20-minütigen moderaten Trainings – etwa zügiges Spazierengehen oder Radfahren – ihre Fünf-Jahres-Sterblichkeit um bis zu 50 Prozent senken. Univ.-Prof. Scharhag: „Medikamente sind die Basis der Behandlung. Eine ergänzende Sporttherapie kann die Fitness und die Belastbarkeit erheblich verbessern. Hinzu kommt: Patient*innen fühlen sich durch den wiedergewonnenen, aktiven Lebensstil auch gesünder und vitaler.“

„Das Training sollte niemals auf eigene Faust erfolgen“

Entscheidend ist, dass die Sporttherapie in Häufigkeit, Intensität und Dauer exakt auf die jeweilige körperliche Belastbarkeit angepasst ist. „Sport muss wie ein Medikament in der richtigen Dosis verordnet werden. Ein zu niedriges Niveau zeigt nicht den gewünschten Effekt. Bei zu hoher Belastung steigt die Gefahr von Komplikationen bis hin zum plötzlichen Herztod“, so Univ.-Prof. Scharhag weiter. Im Alleingang sollten Frauen und Männer mit Risikofaktoren oder Herzerkrankungen keinesfalls ein körperliches Training durchführen. Vor Beginn raten wir ausdrücklich zu einem umfassenden Gesundheitscheck.

Kompetente Diagnostik und klare, individuelle Handlungsempfehlungen

Am ÖISM helfen wir Patient*innen, die Vorteile eines regelmäßigen Trainings für ihre Gesundheit zu nutzen. Eine internistisch-sportkardiologische Untersuchung inklusive Herz-Ultraschall, Spiroergometrie oder Stressechokardiographie ermöglicht, Sport maximal sicher zu gestalten und Patient*innen die Angst vor Bewegung zu nehmen. Über gezielte Diagnostik können wir Auffälligkeiten feststellen, die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit bestimmen und maßgeschneiderte Trainings- und Lebensstil-Empfehlungen geben. Gestützt durch regelmäßige Folgeuntersuchungen passen wir den Trainingsplan fortlaufend an.

Sie möchten sich von uns untersuchen lassen und erfahren, wie Sie von Sport als Medizin profitieren könnten? Vereinbaren Sie gerne einen Termin. Wir freuen uns auf Sie!